Menogon HP: Hormon zur Kinderwunschbehandlung

Menogon Pen
Menogon ist in Deutschland als Pen erhältlich

Menogon HP ist ein Medikament, welches aus dem Urin (urinäres Präparat) von Frauen in den Wechseljahren gewonnen wird und HMG (Humanes Menopausen Gonadotropin) enthält. HMG besteht aus LH, FSH sowie auch hCG (Schwangerschaftshormon). Es muss gespritzt (intramuskulär oder subcutan) werden (Anleitung zum selber spritzen).

Im Vergleich zu Menogon, dem Vorgänger, ist Menogon HP hochgereinigt (highly purified) bezüglich der Fremdeiweiße und daher deutlich weniger allergen, hierbei wird allerdings der weitaus größte Teil des ursprünglich vorhandenen LH entfernt. Um das ursprüngliche Verhältnis aus Menogon wieder herzustellen, wird in entsprechender Menge HCG zugefügt, welches allerdings über eine erheblich längere Halbwertzeit und eine viel höhere Bioaktivität verfügt.

Menogon HP gehört zu den Gonadotropinen. Es dient also der Stimulation des Follikelwachstums, je nach Dosierung zur Unterstützung der Eizellreifung im natürlichen Zyklus oder aber zur kontrollierten Überstimulation mit dem Erhalt von vielen Follikeln in Hinblick auf eine künstliche Befruchtung. Der LH-Anteil wirkt sich bei einigen Patientinnen günstig auf die Zahl und Qualität der Eizellen aus. Menogon HP wird auch gerne mit Gonal F oder Puregon kombiniert eingesetzt, um ein individuell optimales Verhältnis FSH:LH herzustellen. Alternativ wird statt dessen auch Luveris (=gentechnisch hergestelltes LH) verwendet. Der Anteil an LH wird auch bei Low respondern dazu genutzt, die Zahl der Follikel bei der Stimulation zu erhöhen.

Alternativ zum Menogon kann auch Menopur verwendet werden. Die Wirkung ist die gleiche, es ist jedoch nur als Reimport erhältlich.

Anwendung

Seit 2022 gibt es das Menogon auch als Pen. In Deutschland ist es das Medikament ausschließlich in dieser Form erhältlich. Es gibt Pens mit 600 Einheiten und 1200 Einheiten (IE). Die Anwendung des Menogon-Pens wird auf der Homepage des Herstellers ausführlich erklärt.

Hersteller

Ferring

Nebenwirkungen

Überstimulationssyndrom Mehrlinge

Angaben aus dem Wirkstoffdossier Menotropin

Häufige unerwünschte Wirkungen (> 10%):
Die Behandlung mit Menotropin kann häufig zu Überstimulierung der Ovarien führen, die meistens jedoch erst nach Gabe von Choriongonadotropin zur Ovulationsauslösung klinisch relevant wird. Dies kann zum Auftreten von großen Ovarialzysten, die zur Ruptur neigen, und zu intraabdominellen Blutungen führen.
Unter der Behandlung mit Menotropin treten ungewollte Mehrlingsschwangerschaften häufiger auf.

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Dr. med. Elmar Breitbach ist Facharzt für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. Er ist als Reproduktionsmediziner seit mehr als 30 Jahren in der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit tätig. Dr. Elmar Breitbach ist Gründer und Betreiber von wunschkinder.de.