Metformin in der Schwangerschaft: Angst vor Nebenwirkungen

Wir sind zur Zeit in KiWu-Behandlung für ein 2. Kind und nachdem es nicht so ganz klappen will sind wir etwas tiefer in die Disgnose eingestiegen. Nachdem ich PCO habe wurde jetzt ein Insulinresistenztest gemacht und leider waren die Werte ziemlich eindeutig und zeigen eine verminderte Fähigkeit Glucose abzubauen. Sowohl die Blutzucker- als auch die Insulinwerte waren nach 1 bzw. 2 Stunden deutlich zu hoch. Die Internistin, die die Insulinresistenz festgestellt hat, möchte, dass ich auf alle Fälle etwas dagegen einnehme, da ich alleine durch Ernährung wohl nicht ausreichend dagegen angehen kann.

Zudem bin ich schlank, so dass ich auch durch Abnehmen keinen positiven Effekt erzielen kann. Wenn ich sie jetzt nicht auf Grund der KiWu-Behandlung auf Metformin angesprochen hätte, hätte sie mir ein anderes Medikament empfohlen – ich meine, es hieß Actos oder so ähnlich. Das wäre wohl etwas „sanfter“ als Met und bewirkt in Darm, dass nicht so viel Glucose in den Blutkreislauf kommt.

Mein KiWu-Doc, der insgesamt sehr zurückhaltend mit Met ist, würde das Metformin befürworten, da er sich einen positiven Effekt auf die Eizellqualität erhofft. Allerdings hat er durchaus Bedenken Metformin in der Schwangerschaft zu nehmen.

Was soll ich denn jetzt machen? Ich habe mittlerweile so viele Schreckensnachrichten zu Met gelesen, dass ich einfach ziemlich viel Bammel davor habe, so ein Medikament zu nehmen. Und wenn man nur die Liste der Nebenwirkungen liest, wird einem ja ganz komisch….

Antwort
ob Sie zu denen gehören, die Nebenwirkungen haben oder nicht, bliebe ja (auch im Hinblick auf die endgü¼ltige Entscheidungsfindung) abzuwarten. Wenn Nebenwirkungen (Übelkeit, Durchfall) auftreten, dann meist innerhalb der ersten 2-3 Wochen und dann hat sich der Körper weitestgehend daran gewöhnt. Die meisten Patientinnen, denen ich das Medikament verschreibe haben praktisch keine Nebenwirkungen.

Ander Nebenwirkungen kommen nur zum Tragen, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist. Und um das auch noch mal klar zu sagen: Eine Unterzuckerung findet nicht statt, ist aufgrund des Wirkmechanismus nicht möglich, auch wenn es hier öfters mal so geschrieben steht.

Bei insulinresistenten Frauen ist in einigen Studien auch die Einnahme in der Schwangerschaft untersucht worden. Vermutlich hat es in diesen Fällen eher Vorteile, da das Eintreten eines (insulinpflichtigen) Schwangerschaftszuckers dadurch weitestgehend vermieden werden kann. Nun sind die Erfahrunge leider nich nicht so groß, als dass man das außerhalb von Studien einfach mal eben so auch in der Schwangerschaft geben könnte. Aber sicherlich braucht man keine Angst zu haben, wenn man es zu Beginn der Schwangerschaft (also bis zum Test) einnimmt und erst dann absetzt.

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Dr. med. Elmar Breitbach ist Facharzt für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. Er ist als Reproduktionsmediziner seit mehr als 30 Jahren in der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit tätig. Dr. Elmar Breitbach ist Gründer und Betreiber von wunschkinder.de.
 

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