Neue Transfer-Technik erzielt bessere Erfolgsraten

Ägyptische Wissenschaftler haben einen ziemlich simplen Trick bei der Rückgabe der Embryonen im Rahmen einer künstlichen Befruchtung angewendet: Nach Einlegen des Katheters für den EMbryotransfer wurde der Gebärmutterhals durch das Spekulum mit leichtem Druck zugehalten und anschließend die Embryonen eingespritzt.

Es wurden in dieser Studie 639 Frauen untersucht, die sich ihrer ersten ICSI-Behandlung im langen Protokoll unterzogen. Der Altersdurchschnitt lag bei 31 Jahren. Durchschnittlich 2,9 Embryonen wurden pro Transfer durch den selben Arzt zurückgegeben [Nicht eben wenig bei diesem Altersdurchschnitt /d. Red.]

Bei 325 Frauen wurde die oben beschriebene Technik angewendet: Nach Einstellen des Gebärmutterhalses mit einem Spekulum und Einführen des Transferkatheters wurde das Spekulum so gelöst, dass es den gebärmutterhals sanft „zuklemmte“. Nach dem Transfer und Entfernen des Katheters wurde das Spekulum einige Minuten so belassen und erst dann entfernt. Bei 314 Frauen wurde der Transfer in konventioneller Weise durchgeführt.

Bei 5,6% der Frauen konnte dieses „Zuklemmen“ aufgrund von Schmerzen oder anatomischen Besonderheiten durchgeführt nicht durchgeführt werden. Die Dauer des Transfer wurde durch die neue Technik von durchschnittlich 20 ±3 auf 28 ±6 Minuten erhöht.

Die Kontrollgruppe der Frauen mit einem normalen Transfer hatte eine Schwangerschafsrate von 48% (25% Mehrlinge), die Studiengruppe wurde in 64% (36% Mehrlinge) der Fälle erfolgreich behandelt. Aufgrund des durchschnittlich jungen Alters der Patientinnen und der relativ hohen Anzahl von transferierten Embryonen sind diese zahlen nicht weiter erstaunlich.

Der Unterschied in Schwangerschafts- und Mehrlingsrate ist in beiden Fällen statistisch signifikant. Es stellt sich die Frage, inwiefern der simple Mechanismus des „Zuklemmens“ diese Verbesserung der Schwangerschaftsraten bewirken kann. Eigentlich ist der Ansatz der Technik viel zu simpel, um wirklich funktioneren zu können….

Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass ein möglichst atraumatischer Embryotransfer (also mit möglichst wenig Maipulation an Gebärmutter und Gebärmutterhals) die Ergebnisse verbessern hilft, ist dieses Abdrücken des Gebärmutterhalses eigentlich eher kritisch zu sehen.

Ob evtl. nicht das Zudrücken des Gebärmutterhalses den Unterschied bewirkte, sondern die längere Verweildauer des Katheters vor dem Einbringen der Embryonen wäre auch noch zu diskutieren. Möglicherweise sind dadurch Kontraktionen der Gebärmutter seltener oder zum Zeitpunkt der Injektion geringer. Interessant wären also die Ergebnisse der gleichen Studie mit gleicher Dauer der Transferprozedur.

Minimizing embryo expulsion after embryo transfer: a randomized controlled study.
Mansour R.
Hum Reprod 2005; 20:170-4.

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Dr. med. Elmar Breitbach ist Facharzt für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. Er ist als Reproduktionsmediziner seit mehr als 30 Jahren in der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit tätig. Dr. Elmar Breitbach ist Gründer und Betreiber von wunschkinder.de.
 

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