Mehr Jungens durch Umweltgifte?

DDE und CB-153 sind Umweltgifte, die als Nebenprodukt bei industriellen und landwirtschaftlichen Produktionsprozessen anfallen und möglicherweise dazu führen, dass mehr Jungen als Mädchen geboren werden.

Eine Gruppe von schwedischen Wissenschaftlern untersuchte 149 Fischer, die durch den Verzehr von fettreichem Fisch überdurchschnittlich hohe Mengen dieser Stoffe mit der Nahrung aufnehmen.

Die Ergebnisse der Studie belegen, dass jene Männer, die eine hohe Konzentration des Umweltgifts DDE aufwiesen, um 1,6 Prozent mehr Y-Chromosome in ihrem Sperma hatten. Eine hohe CB-153-Konzentration erhöhte die Zahl der Y-Chromosome um 0,8 Prozent. „Wenn allein diese Chemikalien schon einen derartigen Effekt aufweisen, haben andere Giftstoffe möglicherweise eine ähnliche Auswirkung auf die Geschlechtsentwicklung und das könnte enorme Konsequenzen nach sich ziehen“, erklärte Studienleiter Aleksander Giwercman.

Möglicherweise können Umweltgifte auch Fehlverteilungen von Chromosomen bewirken, so vermuten die Wissenschaftler.

Tarmo Tiido, Anna Rignell-Hydbom, Bo Jönsson, Yvonne Lundberg Giwercman, Lars Rylander, Lars Hagmar, and Aleksander Giwercman
Exposure to persistent organochlorine pollutants associates with human sperm Y:X chromosome ratio
Hum. Reprod. 2005 20: 1903-1909

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Dr. med. Elmar Breitbach ist Facharzt für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. Er ist als Reproduktionsmediziner seit mehr als 30 Jahren in der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit tätig. Dr. Elmar Breitbach ist Gründer und Betreiber von wunschkinder.de.
 

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