Gerechtigkeit in der modernen Medizin

Gerechtigkeit in der Medizin gibt es natürlich nicht. Das geht schon mal damit los, dass manche Leute gesund sind und andere nicht.

In einem Workshop der BMBF*-Nachwuchsgruppe „Gerechtigkeit in der modernen Medizin“ geht es daher auch um finanzielle Gerechtigkeit. In der Veranstaltung, die am 24.03.2009 in der Ruhr-Universität Bochum unter der Überschrift „Interdisziplinäre Perspektiven zur Finanzierung von Kinderwunschbehandlungen“ stattfinden wird geht es um diese:

Die Finanzierung von Kinderwunschbehandlungen ist in Europa sehr unterschiedlich geregelt. In Deutschland sind seit 2004 die Leistungen der Gesetzlichen Krankenkasse zur Herbeiführung einer Schwangerschaft auf 50% der Kosten von max. 3 Behandlungsversuchen für Ehepaare im Alter zwischen 25 und 40 (Frauen) bzw. 50 (Männer) Jahren begrenzt. Dadurch sank die Zahl der durchgeführten Behandlungen und der mit ihrer Hilfe geborenen Kinder. Es wurde eine anhaltende politische Kontroverse ausgelöst, wer die Kosten für Kinderwunschbehandlungen tragen
soll.

In der Veranstaltung wird die Problematik aus interdisziplinärer Perspektive thematisiert. Sie richtet sich vor allem an Tätige aus den Bereichen der Medizin, Philosophie, Sozial- und Rechtswissenschaften, Politik und angrenzender Gebiete, die an ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten der modernen Fortpflanzungsmedizin interessiert sind.

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier [PDF]

Auch wenn sich die Veranstaltung vor allem an Fachpublikum wendet, so ist sie in Anbetracht des Themas aus meiner Sicht auch für die engagierten und betroffenen Laien interessant. Entscheidungsfördernd könnte auch der Hinweis sein, dass der Eintritt kostenlos ist. Jedoch ist eine schriftliche Anmeldung per Post oder Email bis zum 18.03.2009 ist erforderlich. Die Adressen dazu finden sich im Programm der Veranstaltung.

Bei dieser Veranstaltung werden auch die Ergebnisse einer Umfrage präsentiert, auf die ich vor ca. einem Jahr bereits hingewiesen hatte und an der Patienten und Ärzte teilnehmen konnten.

*Bundesministerium für Bildung und Forschung

Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über die andere Foren von wunschkinder.de. Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.

Dr. med. Elmar Breitbach ist Facharzt für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. Er ist als Reproduktionsmediziner seit mehr als 30 Jahren in der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit tätig. Dr. Elmar Breitbach ist Gründer und Betreiber von wunschkinder.de.
 

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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Rebella schreibt

    Leider ist Bochum für mich zu weit weg.

    Zum Thema "Gerechtigkeit in der Medizin" möchte ich hier beitragen, dass es natürlich nicht möglich ist, bezüglich von Kostenübernahmen eine Gerechtigkeit zu finden, die am Ende auch jeder Versicherte als "gerecht" beurteilt.

    Bei der Diskussion um die Kostenübernahme von Kinderwunschbehandlungen geht es aber im Prinzip gar nicht darum, ob man hier Kosten zuungunsten anderer Kranker oder Behinderter oder zuungunsten der Versichertengemeinschaft übernimmt. Denn volkswirtschaftliche Berechnungen haben ja gezeigt, dass im Schnitt jedes Kind am Ende mehr einbringt, als man für dieses Kind ausgegeben hat. Außerdem ließen sich die Kosten ein weiteres Mal durch die Redizierung der Mehrlingsraten wieder rein holen. Man spielt also mit gezinkten Karten, wenn man behauptet, die Gesellschaft als Ganzes würde Geld in Kinderwunschbehandlungen stecken.

  2. Andre schreibt

    vor allem frage ich mich was jetzt angesichts der wirtschaftskrise passieren wird? die leute haben noch mehr angst und dann auch angst um ihr geld und dann fehlt noch mehr der mut zum nachwuchs …