Auch Hessen für vollständige Kostenübernahme

Nachdem Saarland und Thüringen folgt nun auch Hessen, oder hier zumindest die Frauenunion. In Anbetracht der gegenwärtig recht verworrenen politischen Verhältnisse in Hessen, vermag man nicht zu sagen, wieviel Kraft der Vorstoß der Frauen-Union Hessens haben wird. Auf jeden Fall sind auch sie dafür, über den Bundesrat Einfluss auf die Regierung zu nehmen, um die Kosten wieder vollständig zu übernehmen:

Die hessische Frauen-Union fordert eine Gesetzesänderung für eine komplette Kostenübernahme der künstlichen Befruchtung durch die Krankenkassen. «Kinderwunsch-Behandlungen dürfen nicht vom Portemonnaie abhängen», betonte die Landesvorsitzende der hessischen Frauen-Union, Petra Müller-Klepper, am Samstag in Wiesbaden.

Nach der geltenden Regelung tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Hälfte der Kosten der künstlichen Befruchtung bei Ehepaaren – allerdings nur dann, wenn die Frau nicht älter als 40 und der Mann nicht älter als 50 Jahre ist. Nichteheliche Partner müssen die gesamten Kosten für eine künstliche Befruchtung selbst tragen.

Laut Müller-Klepper zahlen Paare pro Versuch durchschnittlich 1500 Euro. «Viele, die ungewollt kinderlos sind, können sich das nicht leisten», sagte sie. Die Zahl der künstlichen Befruchtungen sei seit der Gesetzesänderung im Jahr 2004 um die Hälfte gesunken.
«Immer mehr Paare bleiben ungewollt kinderlos», kritisierte Müller-Klepper.

Nun sind es also immerhin drei Bundesländer, welche diese Initiative vorantreiben möchten. Wir wünschen viel Erfolg.

Die CDU-Sozialpolitikerin bezeichnete die geltende Regelung als «falsche Weichenstellung, die dringend korrigiert werden muss». Sie appellierte an die hessische Landesregierung, über den Bundesrat auf eine Änderung zu dringen. Müller-Klepper verwies darauf, dass bei Privatversicherten die gesamten Kosten einer künstlichen Befruchtung in der Regel von der Kasse übernommen würden.

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Dr. med. Elmar Breitbach ist Facharzt für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. Er ist als Reproduktionsmediziner seit mehr als 30 Jahren in der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit tätig. Dr. Elmar Breitbach ist Gründer und Betreiber von wunschkinder.de.
 

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Kommentar

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8 Kommentare
  1. skegelchen schreibt

    Wenigstens etwas, leider bleibt den Betroffenen nur abwarten und vielleicht nochmal ein paar Mails an die Parteien zu schreiben. Ich werde das tun und hoffe auf eine baldige Entscheidung!!

  2. E. Breitbach schreibt

    Wenn ich den Ablauf richtig in Erinnerung habe (in dem ersten Artikel zum Thema auch bereits kurz angerissen), dann darf man nicht auf eine schnelle Entscheidung hoffen. Aber die eine oder andere Mail an entsprechende Entscheidungsträger ist sicherlich hilfreich (steter Tropfen…)

  3. tintenklecks schreibt

    Und dass von einer CDU-Politikerin, sehr erfreulich!
    Angesichts der reduzierten Geburtenzahl nach Gesetzesänderung 2004 (wenn ich es recht erinnere, werden jetzt soviele Babys durch IVF/ICSI weniger geboren, wie in Köln im ganzen Jahr, oder?) hoffe ich auf eine Flut, denn der stete Tropfen ist mir persönlich mal wieder zu langsam.

  4. E. Breitbach schreibt

    Bisher kommt das alles von der CDU. Zum Schwur kommt es nach den Wahlen, momentan halte ich das auch zum Teil für Wahlkampfgeplänkel. Aber wenn das Thema schon wichtig genug für Wahlkampf geworden ist, dann ist das auch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

  5. Ich schreibt

    Thema: Bundesländer und Kostenübernahme bei KB

    Erfreuliche Nachrichten!
    Ich denke an ein Federalismus in diesem Bereich. So wie in andere Bereiche könnte jedes Bundesland selbst bestimmen und eigene Entscheidungen treffen auch im Bereich KB.
    Wäre das möglich?
    Es könnte ein erstes Schritt sein, in dem man die Ergebnisse prüfen könnte in ein paar Länder.
    Danach könnten auch andere Bundesländer mitmachen, oder es wird Konkurenz und KB -Bundesländertourismus sein.
    Langsam erscheint ein Regenbogen…

  6. Agathe schreibt

    ich bin da nicht so firm, wie funktioniert das mit den E-mails an die Parteien? Aga

  7. Rebella schreibt

    Diese Meldung zu Mecklenburg Vorpommern schrieb heute eine Userin im Klein-Putz-Forum:

    (Ralf Grabow: Landtag macht sich auf Antrag der FDP für ungewollt kinderlose Paare stark

    Mecklenburg-Vorpommern | 05.03.2009 – 10:49:09

    Schwerin/MVticker. Ralf Grabow, sozialpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion M-V, erklärt zur abschließenden Landtagsberatung über die FDP-Initiative zum Thema künstliche Befruchtung:

    „Ich freue mich, dass eine große Mehrheit im Landtag sowie das Sozialministerium erneut eine Initiative der FDP unterstützt haben. Mit unserem Antrag helfen wir ungewollt kinderlosen Paaren, denn wir fordern, dass die gesetzliche Krankenversicherung wieder die vollen Kosten für die künstliche Befruchtung übernehmen muss.

    Vielen Menschen bleibt ihr Kinderwunsch aufgrund von medizinischen Gründen uner füllt. Insgesamt sind in Deutschland rund 1,4 Mio. Frauen und Männer zwischen 25 und 59 Jahren von ungewollter Kinderlosigkeit aus medizinischen Gründen betroffen. Häufig führt dieser unerfüllte Kinderwunsch zu schweren psychischen wie physischen Beeinträchtigungen bei den betroffenen Paaren.

    Das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) aus dem Jahr 2003 hat die Kostenübernahmeregelungen für Maßnahmen der künstlichen Befruchtung wesentlich eingeschränkt. Gesetzlich Versicherte müssen seit dem 50 Prozent der Kosten für Behandlung und Arzneimittel übernehmen. Durch diese finanzielle Belastung der Betroffenen sind die Zahlen der künstlichen Befruchtungen massiv zurückgegangen. Gab es im Jahr 2003 noch 105.000 Behandlungszyklen, waren es im Jahr 2005 nur noch 56.000. In einer Gesellschaft, die von einer zunehmenden Überalterung betroffen ist, stellt diese im Rahmen der Gesundheitsreform vorgenommene Änderung eine falsche Weichenstellung dar.“)

  8. Nancy Baldauf schreibt

    Hallo.
    Ich bin für die volle Kostenübernahme bei künstlicher Befruchtung. Wenn Paare nicht auf natürliche Weg Kinder bekommen, sollten sie nicht noch mit den Kosten bestraft werden. Ich bin der Meinung das dies wie eine Krankheit behandelt werden sollte, da die meisten Ursachen für die Kinderlosigkeit genetisch bedingt sind, und dass heisst "Angeboren". Wenn ich ohne Arm geboren wurden wäre hätte ich die Prothese auch von der Krankenkasse bezahlt bekommen und nicht nur 50%( die es noch nicht einmal sind. Es sind nur 50% von der Behandlung die Medikamente ca 1200-1500 Euro werden garnicht übernommen- die Krankenkassen sollte nicht mit ihrer Kostenübernahme von 50% prahlen).
    Vielleicht bewirkt es ja etwas bei den Politikern

    Vielen Dank für´s lesen
    Nancy Baldauf