CDU/CSU zur Präimplantationsdiagnostik

Heute wird im Bundestag über die Zulässigkeit der Präimplantationsdiagnostik in Deutschland diskutiert. Hierbei wird eine Zelle eines Embryos aus dem Zellverband herausgenommen und auf genetische Defekte hin untersucht. Diese Art von Untersuchungen sind in Deutschland nicht zugelassen, weshalb man sich hierzulande auf die Untersuchung der Eizellen (http://wunschkinder.de/demo/therapie/polkoerperchen_diagnostik.htm„>Polkörperchendiagnostik) beschränken muss. Dier Bundesdärztekammer hat bereits im Jahre 2000 einen Vorstoß gewagt und eine entsprechende Stellungnahme veröffentlicht.

Die FDP möchte nun die PID in Deutschland für eng begrenzte Indikationen zulassen. Der stellvertretende Vorsitzendeder Enquete-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“, Hubert Hüppe nimt dazu Stellung und interpretiert die Ergebnisse der Europäischen Gesellschaft für Rproduktion und Embryologie (ESHRE) wie folgt:

Die von der Enquete-Kommission ausgewertete PID-Datensammlung der
European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE), enthält Daten von 1561 Patientinnen mit 2.074 Behandlungszyklen: Aus 26.783 Eizellen entstanden 309 Schwangerschaften, die zu 215 Geburten mit 279 Kindern führten. Zur Kontrolle der PID wurde bei 42 % invasive Pränataldiagnostik vorgenommen. Dabei wurden 7 Fehldiagnosen festgestellt, die vier Spätabtreibungen zur Folge hatten. Zusätzlich gab es 15 Abtreibungen durch selektiven Fetozid bei Mehrlingsschwangerschaften. 6,6 % der nach PID geborenen Kindern hatten Fehlbildungen, bei 42 % der Geburten traten Komplikationen auf, 3 davon mit Todesfolge. Die Zahlen zeigen, dass PID bei der übergroßen Mehrheit von 90 % gerade nicht garantiert, ein „gesundes“ Kind oder überhaupt ein Kind zu bekommen. Und PID ist keine Garantie gegen Abtreibungen nach PND.


Sicherlich ist klar, dass man der PID nicht den Vorwurf machen darf, dass sie nicht zu einer Schwangerschaft führt, denn das ist nicht ihre Aufgabe. Es findet eine merkwürdige Zusammenfassung der Misserfolge der IVF (mit der die PID nur geringfügig etwas zu tun hat) und der Fehlbildungen sowie der Fehlgeburten bei Kindern nach PID statt. Der nicht unwichtige Hinweis, das man mit dieser Methode ein „gesundes Kind“ nicht garantieren kann, gilt ebenso für die Pränataldiagnostik. Selbige müsste also mit gleicher Begründung abgeschafft werden. Aus medizinischen und ethischen Gründen müssen Indikationen erarbeitet werden, bei denen die Anwendung der PID sinnvoll und gleichzeitig ethisch vertretbar ist.

Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über die andere Foren von wunschkinder.de. Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.

Dr. med. Elmar Breitbach ist Facharzt für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. Er ist als Reproduktionsmediziner seit mehr als 30 Jahren in der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit tätig. Dr. Elmar Breitbach ist Gründer und Betreiber von wunschkinder.de.
 

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.