Sechslinge, Siebenlinge und Kaiserschnitt mit 70

Dieses Wochenende gab es einige Berichte über merkwürdige und zum Teil abstruse Schwangerschaften und Geburten, die ich der geneigten Leserschaft nicht vorenthalten möchte, denn in allen Fällen waren reproduktionsmedizinische Maßnahmen beteiligt und in allen Fällen dergestalt, dass sie als gutes Beispiel dafür dienen können, wie man es besser nicht machen sollte.

Gesunde Siebenlinge in Ägypten

Wirklich sensationell ist der Bericht aus Ägypten, wo eine 27jährige Frau Siebenlinge per Kaiserschnitt zur Welt brachte. Das Besondere daran ist, dass die Entbindung erst gegen Ende des achten Schwangerschaftsmonats stattfand und dass alle Kinder gesund zur welt kamen. Das ist zumindest für mich der erste Bericht über eine solch hochgradige Mehrlingsschwangerschaft bei der alle Kinder überlebten. Auch das Geburtsgewicht ist für eine solche Schwangerschaft sehr hoch: Die Kinder wogen zwischen 1450 und 2800 Gramm. Kein Wunder, dass die Entbindung vornehmlich aus Platzgründen erfolgen musste.

Die Mutter befindet sich einem Bericht der NZZ zufolge in einem guten Zustand. Das Paar hat bereits drei Töchter und nun sollte noch ein Stammhalter her, weshalb die Frau sich wegen fehlender Eisprünge einer Hormonbehandlung unterzog. Nun hat sie 4 Jungen. Und noch drei Mädchen.

Sechslinge im Irak

Obwohl es ein Kind weniger war, hatten sechs Kinder, die im Irak zur Welt kamen weniger Glück, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet: Die Kinder wogen zwischen 700 und 1200 Gramm, zwei verstarben jedoch kurz nach der Geburt aufgrund von Atemproblemen und unzureichenden medizinischen Versorgungsmöglichkeiten im Geburtskrankenhaus.

Aber auch für später deuten sich Probleme an: „Meine Sorge ist jetzt, wie ich mich um sie kümmern soll, wie soll ich sie ernähren?“ fragt sich die Mutter Ibtisam Najim Abid im Krankenhaus. Die irakischen Medien berichten, dass es die erste Sechslingsschwangerschaft im Irak gewesen sei und auch hier Hormonbehandlungen der Schwangerschaft vorausgingen.

70jährige Mutter in Indien

Der Spiegel berichtet heute in seiner online-Ausgabe über die Geburt von Zwillingen in Indien. An sich nichts Besonderes, nur dass die Mutter 70 Jahre alt ist und bereits drei Töchter hat. Und 5 Enkelkinder. Über die Schwangerschaft hatte ich ja bereits hier berichtet. Sie ist damit die älteste Mutter der Welt. Weil in Indien nur ein Junge das Familienland erben und von den Eltern der Braut eine Mitgift erhalten kann, entschloss sich das Paar im Rentenalter zur künstlichen Befruchtung. Panwar brachte Zwillinge zur Welt, einen Jungen und ein Mädchen, so der Spiegel. Jedoch beklagt der 77jährige „junge“ Vater, dass neben dem langersehnten Stammhalter, dem er nun sein Land vererben kann, noch ein Mädchen geboren wurde: „Immerhin haben wir den Ärzten viel Geld für einen Sohn bezahlt. Jetzt aber haben wir eine zusätzliche Bürde durch die Tochter.“

Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über die andere Foren von wunschkinder.de. Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.

Dr. med. Elmar Breitbach ist Facharzt für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. Er ist als Reproduktionsmediziner seit mehr als 30 Jahren in der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit tätig. Dr. Elmar Breitbach ist Gründer und Betreiber von wunschkinder.de.
 

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Kommentar

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11 Kommentare
  1. Ich schreibt

    WEgen den Siebenlingen:

    Also ich habe meine Zeitung jetzt vor mir und es steht nichts über mangelndes Eisprung und es steht dass die Frau keine Hormone genommen hat und der Arzt meint darum es wäre ein Wunder.
    Irgendjemand sagt etwas falsches.

    Meine Frage ist aber eine andere: egal auf welchem Weg, wie oft kann sich ein Embryo teilen, wie viele Kinder können aus einem Embryo entstehen?
    Wie viele Embryos müßte diese Frau gehabt haben?

    Und mal vom medizinischen davon abgesehen: alle wollen Jungs, aber wen sollen dann diese am Ende heiraten? Auch für diese kann nur eine Frau Kinder gebären…usw.

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Ich habe meine Quellen angegeben, da können Sie´s nachlesen. Was Ihre Zeitung ist, vermag ich von hier aus nicht zu sehen. Vermutlich hat Ihre Zeitung da nichts Falsches geschrieben, sondern nur weggelassen, was ihr nicht wichtig erschien.

    Das sind keine geteilten Embryonen, sondern mehreiige Mehrlinge, wie sie halt nach einer hormonellen Stimulation entstehen können.

    Bei dem Versuch, einen Jungen zu bekommen, entstehen ja offenbar auch genug Mädchen. Zumindest bei diesen genannten Schwangerschaften.

  3. Mariella schreibt

    Solche Seufzer oder Klagen(abstruse oder merkwürdige SS) erinnern doch an den Hilferuf des Zauberlehrlings. Fragwürdig ist die ganze Sache doch nicht aufgrund der Anzahl, das wäre eine in der Tat abstruse Betrachtung eines ethischen Problems. Andere Länder, andere Sitten. Daß dort mit den in der westlichen Welt erworbenen "medizinischen" Methoden in unseren Augen Schindluder betrieben wird, das mag wohl sein. Aber das sollte man sich als verantwortlicher Arzt vorher überlegen. Wollen wir uns allen Ernstes vor die Inder oder Muslime hinstellen und sagen: "Ihr Lieben, drei ist ok, aber bei sieben hört der Spaß auf?"
    Und ob ein Ehepaar um die Siebzig noch Kinder großziehen kann, ist ein Argument, das sich in Großfamilienstrukturen, wie es sie in Indien noch gibt, gar nicht stellt. So what?
    Sich anfangs über ethische Bedenken hinwegsetzen, wie es die westliche Welt mit Blick auf den zu erwartenden Profit (und ja – ein wenig menschliche Zufriedenheit soll ja auch entstehen) unternimmt, dann aber mit gespitztem Bleistift anderen die Vorgaben machen wollen – naja, das erscheint mir fast als ein persistierendes koloniales Syndrom.

  4. Elmar Breitbach schreibt

    @ Mariella: Klicken Sie einfach mal oben auf den Link zum Thema Mehrlinge. Es geht hier nicht darum, ob es ein bißchen mehr sein dürfte. es geht um gesundheitliche Gefahren, die bei Mehrlingsschwangerschaften extrem viel höher sind.

    Dies gilt völlig unabhängig vom Land oder dem sozialen Umfeld, in dem dies geschieht.

    Mein Eindruck ist, dass dieser Artikel bei Ihnen einen Beißreflex auslöste und Sie stellen mir da ein paar Schuhe hin, die mir wirklich nicht passen.

    Und von mir aus dürfen Sie auch gerne noch mit 70 Mutter werden. Es wäre aber keinen Bericht mehr wert, da Sie dann nciht mehr die älteste Mutter wären.

    Warum Sie "medizinische" Methoden in Anführungszeichen setzen, erschließt sich mir auch nicht so recht. Wenn ich ehrlich bin, möchte ich es auch gar nicht wissen. Sie werden Ihre Gründe haben.

  5. Mariella schreibt

    Nicht doch, es war in keiner Weise feindselig gemeint. Wenn es nur um gesundheitliche Gefahren ging, umso besser. Es kam ein wenig so rüber, als mokierten Sie sich über die Gepflogenheiten in Ländern, deren Sitten und Gebräuche – ich gebs ja zu – nunmal andere sind als bei uns. Ansonsten kann ich mir die Ausdrücke "merkwürdig" und "abstrus" nicht so ganz erklären. Monströs wäre vielleicht richtiger. Aber die gesamte Reproduktionsmedizin hat für mich etwas Monströses, doch damit sollen Ihre Leistungen bitte nicht geschmälert werden (diese Seite hier etwa finde ich wunderbar!)
    Ich habe meine Gründe, das ist wahr – Erfahrungen in einer Kinderwunschpraxis … einmal die Erfahrung, als Patientin rein statistisch wahrgenommen zu werden (die individuelle Konstitution interessiert nicht), zum anderen mit Behandlungsmethoden konfrontiert zu werden, die in Deutschland verboten sind – aber gut, das soll niemanden stören … den Arzt hat es jedenfalls nicht interessiert. Da kommt frau dann schon ins Grübeln …

  6. Elmar Breitbach schreibt

    @Mariella: Natürlich entbehrt es nicht eines gewissen Charmes, wenn man Haus und Hof dafür opfert, jemanden zu haben, dem man Haus und Hof vererben kann und dann zu allem Überfluss auch noch eine Tochter bekommt, die man beim besten Willen nicht gebrauchen kann.

    Mokieren ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Aber in meinen Augen ist es schlicht eine ….monströse… Geschichte, die offenbar nicht unbedingt ein Happy End hatte. Und vielleicht auch so in der Art in der ersten Welt passieren kann.

  7. Nici schreibt

    …Monströs! Das ist genau das richtige Wort, für etwas, wofür man keine Worte mehr finden kann!
    Vor allem, frage ich mich gerade, was der indische Vater getan hätte, wären es zwei Mädchen geworden wären?!

  8. […] Berichte über Mehrlingsschwangerschaften extremer Spätgebärender reißt nicht ab. Der neueste Fall wird aus Frankreich berichtet. Dort erwartet eine […]

  9. Windows schreibt

    Also der Indische Vater *Kopf schüttel* Und ich dachte immer das man Kinder aus Liebe bekommt.Aber so berechnent damit ein Erbe fürs Land da ist? Und dann noch die Tochter als Bürde darstellen. Schämen sollte sich der Mann!!!!

  10. Buntspecht schreibt

    Sieben Kinder zwischen 1450 und 2800 Gramm? Unglaublich! Wie sah denn die Mutter vor der Entbindung aus?

  11. Elmar Breitbach schreibt

    Ich hätte hier ein Bild von "Octomum" zu bieten: Klick