Polen: Keine Strafe für künstliche Befruchtung

Hier wurde ja bereits darüber berichtet, dass in Polen eine Volksinitiative mit Unterstützung durch die katholische Kirche insgesamt 150.000 Unterschriften sammelte und damit in der Lagewar, einen Gesetzentwurf ins polnische Parlament einzubringen, der die künstliche Befruchtung unter Strafe stellt.

Laut „H-Welt“ ist die Initiative nun gescheitert:

Das Parlament lehnte am Donnerstagabend in erster Lesung den Antrag eines katholischen Bürgerkomitees ab, die bislang uneingeschränkt erlaubte […] In-vitro-Fertilisation unter Strafe zu stellen. Gegen die Volksinitiative stimmten 244 Abgeordnete, 162 dafür und 10 enthielten sich der Stimme.

Der Gesetzentwurf des von mehreren Bischöfen unterstützten Komitees «Contra In Vitro» sieht bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe für jeden vor, der die Methode bei Frauen anwendet. Zudem werden Freiheitsstrafen von 5 bis 25 Jahren für Experimente mit Embryonen und von mindestens 3 Jahren für den Handel mit ihnen gefordert.

Damit ist das Thema jedoch noch nicht erledigt, denn in Polen gibt es keine eindeutigen gesetzlichen Regelungen zur Kinderwunschbehandlung.

Das polnische Parlament berät voraussichtlich im Oktober über mehrere Gesetzentwürfe aus den Reihen der konservativ-liberalen Regierungskoalition und der Opposition. Die rechtsliberale Regierungspartei Bürgerplattform (PO) will künstliche Befruchtung nur noch Ehepaaren erlauben. Ein Gesetzentwurf eines Abgeordneten der konservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) sieht dagegen ein vollständiges Verbot von In-vitro-Fertilisation vor.

Quelle

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Dr. med. Elmar Breitbach ist Facharzt für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. Er ist als Reproduktionsmediziner seit mehr als 30 Jahren in der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit tätig. Dr. Elmar Breitbach ist Gründer und Betreiber von wunschkinder.de.
 

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Kommentar

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6 Kommentare
  1. Regina31 schreibt

    Ich dachte Polen gehört zu Europa.
    Das hört sich an, als wären die im
    tiefsten Mittelalter hängen geblieben.
    Vielleicht gibt es ja mal zum Thema
    KiWu eine europaweite Regelung.
    Im Rahmen der Globalisierung.

  2. thintalle_lalaith schreibt

    Polen gehört sehr wohl zur Europa und hat Bevölkerunganzahl von 38.0000.000. Rechnet Euch bitte selber aus, wieviele Kirchen(?)fanatiker Prozent ausmacht. die "normalen" Polen selber sind über so eine ENtwicklung nicht glücklich. so long.

  3. Rebella schreibt

    Na, da können wir hier nur weiter den Atem anhalten und hoffen, dass in Polen die Vernunft siegen wird.

    Ja, für eine europäische Lösung wäre ich auch. Ich wäre zuversichtlich, dass die weit weniger konservativ ausfallen würde als die deutsche.

  4. Lana schreibt

    Das wundert mich nicht. Ich habe mit Mitteilung meiner Schwangerschaft im Kirchendienst (nicht in Polen, sondern hier in D!) meinen Arbeitsplatz im 8. Monat verloren. Hoffe, dass sich das nicht durchsetzt.

    Liebe Grüße
    Lana

  5. Rebella schreibt
  6. Poison schreibt

    Ich komme immer mehr zu der Annahme, dass hier in unserer, ach so herrlichen zivilisation, es an Toleranz und Respekt vor anders Denkenden mangelt.
    Fälle wie die von Lana zeigen dies unverschämt deutlich.
    Bedauere Deine Entlassung und schäme mich für so ein System !!! Viel Glück für Deine Zukunft 🙂