IVF mit transplantierter Gebärmutter

Es ist eine eher seltene Problematik, aber für die betroffenen Frauen steht die komplette Lebensplanung auf dem Spiel: Ist eine eine funktionstüchtige Gebärmutter nicht vorhanden, kann eine Schwangerschaft nicht ausgetragen werden.

Die in der Türkei im Jahre 2011 erstmals erfolgreich durchgeführte Transplantation einer Gebärmutter gibt jedoch Anlass zur Hoffnung, diesen Frauen helfen zu können, die entweder keine Gebärmutter haben (Mayer-Rokitansky-Küster-Syndrom) oder wegen Myomen oder unzureichender Gebärmutterschleimhaut (z. B. nach Entzündungen und Ausschabungen) eine Schwangerschaft nicht austragen könnten.

Bei Derya Sert wurde im Jahre 2011 erstmals erfolgreich die Transplantation einer Gebärmutter durchgeführt. Der Eingriff war so erfolgreich, dass nun eine Schwangerschaft geplant werden kann.

Nun folgt der zweite Schritt

Einige Monate nach der Operation trat eine Regelblutung ein und in der Folgezeit blieben Komplikationen aus. Da nach der Transplantation die anatomischen Voraussetzungen für eine spontane Schwangerschaft nicht gegeben sind, wurde nun eine IVF-Therapie geplant. Wie die englischsprachige Ausgabe der Hurriyet berichtet, wurde nun ein Embryo in die Gebärmutter transferiert. Sollte dies nicht zur Schwangerschaft führen, sind noch zahlreiche weitere Embryonen eingefroren, berichtet Prof. Ömer Özkan von der Akdeniz Universität in der Provinz Antalya.

Der Ehemann teilte mit, dass sie nun darauf warten, die Früchte ihrer Liebe zu ernten. Schön gesagt, da wünschen wir weiterhin alles Gute.

Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über die andere Foren von wunschkinder.de. Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.

Dr. med. Elmar Breitbach ist Facharzt für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. Er ist als Reproduktionsmediziner seit mehr als 30 Jahren in der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit tätig. Dr. Elmar Breitbach ist Gründer und Betreiber von wunschkinder.de.
 

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Kommentar

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5 Kommentare
  1. Ekis schreibt

    An anderer Stelle habe ich gelesen, dass das Baby 8 Wochen vor Termin entbunden werden soll, da die transplantierte Gebärmutter eine voll ausgetragene Schwangerschaft nicht aushalten würde.

    Da stellt sich mir die ethische Frage, ob das wirklich noch vertretbar ist.

  2. Eva schreibt

    Die Frage bezüglich der Ethik kann sich auch nur jemand stellen, der nicht davon betroffen ist ! Ich finde es super und hoffe, dass noch mehr Frauen dadurch geholfen wird, wenn nicht jetzt, dann doch vielleicht in ferner Zukunft ! Alles Gute !

  3. Ekis schreibt

    Fragen sollte jeder stellen dürfen. Das macht gute iskussionen aus.
    Die Frage der Grenzen der Reproduktionsmedizin ist so alt wie die Reproduktionsmedizin selbst. Ohne den mutigen Versuch der Vorreiter dieser Fachrichtung gäbe es die IVF nicht. Doch während sich ethische Bedenken damals auf christliche Ethik und die Frage des Unbekannten stützte (also nur wenig Substanz hatte und mehr auf der Gefühlsebene agierte), geht es hier um das tatsächlich bekannte Risiko, das mit nicht unerheblicher Frühgeburt einhergeht.
    Das ist in meinen Augen etwas anderes.
    Ich freue mich, dass da eine Frau eine unglaubliche Chance erhalten hat und ich freue mich, dass ein Mensch entstanden ist, den es ohne diese Forschung nie geben würde. Doch ich hätte eine weitergehende Forschung bis an den Punkt der Möglichkeit einer reifen Geburt bevorzugt.

  4. […] News wurde bereits verschiedentlich davon berichtet, zuletzte von einer türkischen Patientin, die nach einer Transplantation auf eine erfolgreiche IVF hoffte. Nichts gegen die Kollegen aus der Türkei,aber die Publikationen von Professor Mats Brännström […]